Mein Weg – Bewegung, Beratung, Sinn und der Mut zur Veränderung

Mein beruflicher Weg war von Anfang an von einem Gedanken geprägt: Menschen in ihrer Entwicklung zu begleiten und sie darin zu unterstützen, ihre eigenen Ressourcen und Möglichkeiten zu entdecken.


Von Bewegung und Gesundheit zur psychosozialen Beratung

Meine Selbstständigkeit begann vor über 15 Jahren im Bereich Bewegung und Gesundheit. Gleichzeitig war ich viele Jahre in einem Angestelltenverhältnis und insbesondere in der arbeitsmarktpolitischen Beratung und Jobbegleitung tätig.

Gerade dort habe ich erlebt, dass berufliche Orientierung weit über die Frage hinausgeht: „Welcher Arbeitsplatz passt zu mir?“ Oft ging es vielmehr um persönliche Werte, Motivation, Selbstvertrauen, Perspektiven und die Frage: „Wofür lohnt es sich für mich, einen neuen Weg zu gehen?“

Die Sinnorientierung war deshalb bereits damals ein wesentlicher Bestandteil meiner Arbeit – lange bevor ich mich intensiver mit der Logotherapie beschäftigte. Ich wollte meine langjährige Beratungserfahrung fachlich vertiefen, meine Expertise erweitern und meinem bisherigen Zugang eine fundierte methodische Basis geben.

Und dann könnte man fast sagen: Die Logotherapie hat mich gefunden.

Als ich mich mit der sinnzentrierten Arbeit nach Viktor Frankl auseinandersetzte, war ich begeistert. Vieles entsprach genau jener Haltung, mit der ich Menschen bereits seit Jahren begleitet hatte. Durch die Ausbildung bei EALU bekam diese Haltung einen theoretischen Rahmen und gleichzeitig viele neue Methoden und Möglichkeiten für meine praktische Arbeit.

Körper, Psyche und Sinn zusammendenken

Parallel dazu begleitete mich die Bewegung weiterhin. Sie war nie nur ein zusätzliches berufliches Standbein. Ich habe zunehmend erkannt, wie wertvoll es sein kann, Körper, Psyche und Sinn miteinander zu verbinden.

Daraus entwickelte sich für mich der Ansatz „Körperarbeit & Logotherapie“ und „Walk & Talk.“

Denn Bewegung kann nicht nur körperlich etwas in Gang bringen. Manchmal entsteht beim Gehen, Atmen oder bewussten Wahrnehmen auch innerlich Bewegung. Gedanken verändern sich, neue Perspektiven werden möglich und der Zugang zu den eigenen Ressourcen kann leichter werden. Diese Verbindung ist heute ein wichtiger Teil meines persönlichen beruflichen Profils.

Der Schritt in die vollständige Selbstständigkeit

Viele Jahre habe ich Selbstständigkeit und Angestelltenverhältnis miteinander kombiniert. Rückblickend war das für mich genau der richtige Weg. Meine Anstellung gab mir Sicherheit, während ich parallel meine Selbstständigkeit entwickeln, Erfahrungen sammeln, meine Positionierung schärfen und vor allem ein tragfähiges Netzwerk aufbauen konnte. Vor rund zwei Jahren kam schließlich die Entscheidung, den Schritt in die vollständige Selbstständigkeit zu wagen.

Ganz ohne Herzklopfen? Natürlich nicht 😉

Eine langjährige berufliche Sicherheit loszulassen und darauf zu vertrauen, dass der eigene Weg trägt, war durchaus eine Herausforderung. Heute kann ich sagen: Ich bin sehr froh, diesen Schritt gegangen zu sein.

Die Selbstständigkeit schenkt mir Freiheit, Gestaltungsmöglichkeiten und die Chance, genau jene Themen miteinander zu verbinden, für die ich fachlich und persönlich stehe.

Gleichzeitig habe ich gelernt: Selbstständigkeit bedeutet nicht nur, fachlich gut zu sein. Es braucht auch Mut zur Sichtbarkeit, ein klares Expertenprofil, kontinuierliche Akquise und vor allem ein gutes Netzwerk. Ein solches Netzwerk entsteht nicht über Nacht – es wächst mit Begegnungen, Kooperationen, Empfehlungen und gemeinsamen Projekten.

Meine heutige Positionierung

Ein wichtiger Schwerpunkt meiner heutigen Tätigkeit ist die Zusammenarbeit mit Unternehmen. Dabei verbinde ich psychosoziale Beratung mit Themen wie mentale und psychosoziale Gesundheit, Prävention, Kommunikation, Stressmanagement, Resilienz, Supervision sowie Betriebliche Gesundheitsförderung.

Ich bin überzeugt, dass mentale Gesundheit und Prävention in unserer Arbeitswelt weiter an Bedeutung gewinnen werden. Gleichzeitig sehe ich darin eine große Chance für die Lebens- und Sozialberatung.

Die Gesellschaft darf noch stärker erfahren, was professionelle psychosoziale Beratung leisten kann – insbesondere präventiv, bevor Belastungen zu Erkrankungen werden. Für mich geht es dabei nicht um Konkurrenz zu anderen Berufsgruppen, sondern um sinnvolle Ergänzung und Zusammenarbeit.


Die Zukunft liegt für mich nicht im Entweder-oder, sondern im gemeinsamen Tun und im Vernetzen unterschiedlicher Professionen. Die Logotherapie und Existenzanalyse nach Viktor Frankl ist dabei für mich ein besonderer Schwerpunkt und zugleich ein klarer USP.

In einer Zeit, in der Menschen trotz vieler Möglichkeiten nach Orientierung, innerer Stabilität, Werten und Sinn suchen, bietet die sinnzentrierte Beratung einen wertvollen Zugang.

Auch in Unternehmen begegnen uns zunehmend Fragen wie: Was hält Menschen langfristig gesund und motiviert? Was gibt Orientierung in Veränderungsprozessen? Welche Werte tragen ein Team? Und wie können Menschen auch unter schwierigen Rahmenbedingungen ihre persönlichen Handlungsspielräume wahrnehmen?

Genau hier sehe ich eine besondere Stärke der Logotherapie. Sie lässt sich hervorragend mit psychosozialer Beratung, Prävention, Supervision, Kommunikation und Betrieblicher Gesundheitsförderung verbinden. „Vom Lernen zum Weitergeben.“ Eine besonders schöne Entwicklung meines Weges ist für mich, dass ich heute selbst als Dozentin bei EALU tätig bin.

Unter anderem begleite ich angehende Lebens- und Sozialberater in Bereichen wie Gruppenselbsterfahrung, Supervision, Berufsethik, GSV und Sexualität und kann dabei nicht nur fachliches Wissen, sondern auch Erfahrungen aus meiner langjährigen Beratungstätigkeit und Selbstständigkeit weitergeben.

Das bedeutet mir sehr viel. Denn eine gute Ausbildung besteht für mich nicht nur aus Methoden und Theorie. Beratung lebt von Haltung, Beziehung, Reflexion, Lebenserfahrung und der Bereitschaft, selbst immer wieder weiterzulernen.

Genau das möchte ich den zukünftigen Kollegen*innen vermitteln – mit Fachlichkeit, Herz, Freude und gerne auch mit einer guten Portion Humor. Denn gerade in einem Beruf, in dem wir Menschen häufig in herausfordernden Lebenssituationen begegnen, dürfen Menschlichkeit und Leichtigkeit ihren Platz haben.

Was mir die Ausbildung mitgegeben hat

Die Ausbildung bei EALU hat mir deshalb weit mehr gegeben als zusätzliche Methoden. Sie hat meine bereits vorhandene berufliche Haltung fachlich fundiert, meinen Blick erweitert und mir neue Möglichkeiten eröffnet, meine unterschiedlichen Kompetenzen miteinander zu verbinden. Und sie hat auch mich persönlich wachsen lassen.

Heute schließt sich für mich ein schöner Kreis: Was damals als Erweiterung meiner eigenen Expertise begonnen hat, darf ich heute selbst an Menschen weitergeben, die am Beginn ihres Weges in der Lebens- und Sozialberatung stehen.


Mein Fazit

Nach über 15 Jahren Selbstständigkeit weiß ich: Ein beruflicher Weg muss nicht immer geradlinig verlaufen. Manchmal entsteht gerade aus der Verbindung unterschiedlicher Erfahrungen etwas Eigenes und Besonderes.

Bewegung, Beratung, Körperarbeit, Logotherapie, Supervision und Betriebliche Gesundheitsförderung sind für mich heute keine voneinander getrennten Bereiche mehr.  Sie ergänzen sich und bilden mein persönliches berufliches Profil.

Und wenn ich etwas aus meinem bisherigen Weg weitergeben möchte, dann vielleicht das: Mut gehört dazu. Ein gutes Netzwerk ebenso. Und manchmal muss man ein Stück Sicherheit loslassen, um mehr Freiheit für den eigenen Weg zu gewinnen.

Oder ganz im Sinne der Logotherapie: Nicht immer können wir alle Rahmenbedingungen bestimmen – aber wir können entscheiden, wie wir unseren eigenen Weg gestalten.

 

Barbara Hassler MSc
Psychosoziale Beratung | Supervision | Kommunikations- und Betriebspsychologie
Dozentin | Bewegung & Körperarbeit

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